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Filmkritik: Arn - Der Tempelritter

Im 12. Jahrhundert wächst der junge Fürstenspross Arn während der kriegsbedingten Abwesenheit seines Erzeugers im Schoß der Kirche zu einem stattlichen Jüngling heran und wird auch in Kriegskunst ausgebildet. Als er die unverheiratete Cecilie schwängert, nutzen Feinde der Familie die Gunst der Stunde für eine Intrige. Cecilia landet im Kloster, Arn aber geht als Kreuzritter ins Heilige Land und wird ein Mitglied des Templerordens. Vor Ort erwirbt sich der Schrift- und Sprachkundige auch den Respekt der Feinde.

So sieht also die schwedische Antwort auf “Königreich der Himmel” aus. Besser gesagt die schwedische Kopie, denn nicht nur die Optik, auch die Handlung kommt einem arg bekannt vor. Der Ablauf ist fast derselbe und so hat man mehrmals das Gefühl die Light-Version des ‘Originals’ zu sehen. Die Schlachten wurden aus Budgetgründen klein gehalten, wie ein heiliger Krieg kommt einem das nicht vor. Eher ein heiliges Scharmützel. Da wirkt die Endschlacht im Braveheart-Stil imposanter als alles was man davor zu sehen bekommt. Dafür schafft es der Film optisch ähnlich tolle Bilder zu bieten wie die Hollywood-Version, was vor allem auf Blu-Ray ein Genuss ist. Es gibt allerdings zwei Dinge die den Film absolut herunterziehen. Zum einen die kitschige, platt und ausufernd erzählte Liebesgeschichte zwischen Arn und der (zugegeben sehr hübsch besetzten) Cecilia. Sie im wallenden Nonnengewand, er in der schmutzigen Rüstung, mit Chor im Hintergrund vor einem Altar stehend, dazu noch die dämmrige Beleuchtung und beide miteinander liebäugelnd - ja, das könnten fast schon Aragorn und Arwen sein. Etwa wieder ein heimlicher Querverweis/Kopie? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Schlimm ist’s nicht, verbreitet nur noch stärker den Verdacht dass man sich alles nur zusammen geklaut hat. Viele Szenen im Kloster, ebenso wie in der Wüste vor Jerusalem, sind reine Versatzstücke. Ärgerlich.

Was dem Film noch mehr Punkte kostet ist der miese Hauptdarsteller. Während man sich für die Nebenrollen ein paar bekanntere Gesichter wie Stellan Skarsgard aufgehoben hat, blieb wohl kein Geld mehr um jemanden für diese Rolle zu finden, der nicht ständig wie ein kleines, trotziges Kind guckt. Später im Film verschwindet dieser Blick wenigstens unter dem Stahlhelm. Schade, denn der Rest der ‘Ausstattung’ passt gut. Ich muss zugeben dass ich mir deutlich mehr erhofft hatte - durch das blöde Drehbuch wollen die 130 Minuten Film einfach nicht vergehen. Optisch zumindest ein Streifschuss, ist der Film inhaltlich noch vor’m Ziel liegen geblieben. So bleibt der Volltreffer in Sachen ‘Heiliger Krieg’ immer noch das Königreich der Himmel - und selbst der ist nicht das Gelbe vom Ei. Der ganze Religionskram nervt bei so gut wie jeder Verfilmung.

5/10

P.S.: Ich sehe es gibt sogar eine Fortsetzung. Soll mir einer nach dem Ende mal erklären aber gut, ich reg’ mich nicht drüber auf.

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6 Kommentare zu “Filmkritik: Arn - Der Tempelritter”

  1. Eike says:

    Wenn ist aber Königreich der Himmel ein Kopie der Vorlage zu diesem Film.

    Denn der Basiert auf drei Bücher des Schweden Jan Giullant

  2. Peter says:

    Hallo,

    also ich hab “Königreich der Himmel” auch gesehen und, trotz dass mir der Blockbuster gefallen hat, kann mich dem Herrn Kritiker nicht anschließen … Ich finde die Aufmachung von “Arn” super, die Schauspieler glaubwürdig, den Ablauf der Story fließend (nicht zu langatmig und nicht zu Hollywoodlike) und die Kampfszenen nicht zu stark ausgeprägt (was nicht heisst, dass mir das nicht auch gefallen hätte).
    Es ist halt schlicht und ergreifend eine von vielen Liebesgeschichten, die in der Regel halt so ablaufen (wie auch sonst?) Da ist ja nichts Schlimmes dran.

    So, mehr mag ich jetzt nicht mehr schreiben …

    VG

  3. sangue says:

    Ich kann mich der Meinung des Kritikers auch nicht anschließen … ich finde Arn ist ein gelungener Film und die Liebesgeschichte war eine der wenigen die mich mal nicht gestört hat …

    Wenn einen “der ganze Religionskram nervt” wie der Vorredner geschrieben hat sind Filme über den Heiligen Krieg und Kreuzritter wohl einfach die Falsche Sparte.
    Der “Religionskram” gehört nun mal zu solchen Filmen wie Nacktdarsteller zu Pornos, ohne ergäbe es keinen Sinn.
    Das muss man sich echt mal überlegen … einen Film der um den Krieg zwischen Christen und Moslems handelt zu Kritisieren weil er zuviel “Religionskram” zeigt …

    Ich finde die Kritik nicht angebracht und schreckt wahrscheinlich Leute die den Film gut fänden ab ihn sich anzuschauen … schade …

    MfG

  4. Zerberus says:

    Also ich fand den Film solide, die Handlung und die Story in sich stimmig und nicht aufgesetzt. Über die Darsteller kann ich mich auch nicht beschweren, ich fand die Hauptdarsteller Joakim Natterqvist und Sofia Helin recht gut (und im Falle der HaupdarstellerIN tatsächlich recht hübsch besetzt). Das einzige das ich anzuprangern hätte wären tatsächlich die raren Kampfhandlungen, was wahrscheinlich wirklich am recht knappen Budget liegen mag. Wie gesagt, eine solide Lovestory mit Tiefgang!

  5. Lui says:

    Ich muss sagen, ich habe alle Filmkritiken die auf der ersten google Seite zu sehen sind gelesen… Diese ist dabei die einzige, die meiner Meinung nach der Wahrheit entspricht. Bei den meisten Kritiken wird der Film hoch gelobt, soger als besser bezeichnet als “Königreich der Himmel”. Das ist mir unerklärlich. Zwar war “ARN” einmal sehenswert, kommt allerdings in keinster weise an seine “Vorgänger ran”. Aber Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. ***NUR MEINE MEINUNG***

  6. Arieve says:

    Hm, da hat wohl jemand etwas schlecht recherchiert? Der Film basiert auf einer Buchreihe, die es bereits VOR “Königreich der Himmel” gab, also nix mit Story abschreiben. Außerdem ist der Film auch um DIE HÄLFTE gekürzt, denn im Original handelt es sich um zwei Filme, daher auch die Irritationen um eine Fortsetzung. Sunfilm hat letztes Jahr endlich den Film in Originallänge als Mini-Serien-DVD-Box herausgebracht.
    Mir selber hat der Film wesentlich besser gefallen als “Königreich der Himmel”. Auch weil die Story nicht so effekhascherisch und hollywoodlike, sondern mehr reales Mittelalter war. Man hat auch nicht versucht von unserem heutigen Weltbild auf das Mittelalter zu schauen, sondern blieb inhaltlich im mittelalterlichen Weltbild. Eswas, was man als Kinogänger so nicht unbedingt gewohnt ist und dem einen oder anderen sicher etwas sauer aufgestoßen ist (Stichwort Religion).

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