Burn after Reading
Ozzie Cox ist ein CIA-Veteran der aufgrund seines Alkoholismus entlassen wurde. Aus Rache schreibt er seine Memoiren, gespickt mit diversen brisanten Details. Cox’s zukünftige Exfrau Katie stiehlt die CD, auf der die Memoiren gespeichert sind, und lässt diese versehentlich im Fitnessclub liegen. Dort wird die CD von Trainer Chad Feldheimer und der Besitzerin des Clubs, Linda Litzke, gefunden. Diese denken, sie könnten die Disk dazu benutzen Cox zu erpressen. Harry Pfarrer ist ein sexbesessener Regierungsbeamter, der eine Affaire mit Cox’s Frau hat. Dieser mischt sich nun auch in die Machenschaften der Erpresser ein. Schließlich sind den Amateur-Erpressern mehrere Geheimdienste inklusive der Russen auf der Spur. Nur keiner weiß, nach was eigentlich gesucht wird…
An einem mangelt es den Coen-Filmen nie – und zwar zahlreichen Schimpfwörtern und Flüchen gegen dumme (ab und zu auch intellektuelle) Mitbürger. Den ganzen Oscar-Firlefanz des Vorgänger-Werkes der beiden Brüder sollte man für eine Weile beiseite stellen…mal ehrlich, als ob die Beiden vorher noch nie einen guten Film gemacht hätten. Ihr Können bewiesen sie schon vor No Country for Old Men und tun es auch nach dessen Erscheinen. Ihr wollt Beweise? Dann passt aber auf dass ihr euch nicht die Finger verbrennt. *plumper Gag mit Bezug auf den Filmtitel*
Der Trailer gibt schon einen guten Überblick über die allgemeine Handlung des Filmes. Es geht um Spione, Erpressungen, Betrug, Internetflirts, Scheidung und Geld. Also das Übliche im Leben eines Menschen. Okay…eigentlich ist das alles gelogen. In Wahrheit geht es um die Auseinandersetzung mit dummen Menschen. Einer davon ist Chad Feldheimer, Fitnesstrainer und dummer Mensch aus Leidenschaft – brilliant gespielt von Brad Pitt. Bei seinen Auftritten lag das gesamte Publikum auf dem Boden vor Lachen (Natürlich nicht sprichwörtlich, dafür gab es aufgrund des sehr gut gefüllten Saals keinen Platz.), wie er sich im Auto als Erpresser mit bösem Blick versucht – herrlich! Allgemein schienen die Schauspieler in ihren Rollen aufzugehen und viel Spaß zu haben – George Clooney, John Malkovich, Frances McDormand & Co gaben sich so befreit und lustig wie selten zuvor. Typisch für die Coens gab es wieder drastische – eigentlich ernste – Wendungen im Film, deren Anstrich so schwarzhumorig war, dass man erstmal lachen musste. Schade dass im Trailer schon soviel verraten wurde – diesen besser vor dem Kinobesuch so gut wie möglich aus dem Kopf verbannen.
Kurz zur Technik. Die Kameraarbeit wusste zu gefallen, teilweise sah es richtig nach Kleinstadt-Drama/Thriller aus. Außer fetten Oberschenkeln hat hier außerdem mal nichts gewackelt. Besonders gelungen war der Sound. Carter Burwell sorgte dafür dass man sich teilweise wie in einem typischen Spionagefilm vorkam und war – diesmal sprichwörtlich – die treibende Kraft hinter manchen Szenen.
Es ist beruhigend zu wissen, dass selbst die CIA oftmals keinerlei Ahnung hat was läuft und es, noch besser, dann auch gar nicht mehr wissen will. Anders sollte es Filmfreunden in Deutschland ergehen, die sich hoffentlich zahlreich einen eigenen Eindruck von diesem tollen Film machen werden.
Von mir gibt es 9/10 Punkte für die synchronisierte Fassung. Die ganzen Beleidigungen kommen im O-Ton bestimmt noch ‘authentischer’ rüber.
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