House of Flying Daggers
China im 9. Jahrhundert. Die Polizisten Jin und Leo werden beauftragt, den Anführer der Rebellentruppe „Haus der fliegenden Messer“ zu finden und zu töten. Indem Jin Mei, eine der Rebellen, scheinbar aus dem Gefängnis befreit, versucht er ihr Vertrauen zu erlangen, damit sie ihn zum Anführer der Rebellen führt.
Laut Wikipedia lässt sich „House of Flying Daggers“ dem Wuxia-Genre zuordnen, was bedeutet, dass die Protagonisten über nahezu übernatürliche Fertigkeiten verfügen.
Alles schön und gut, aber wenn eine Protagonistin im Herbst getötet wird und im Winter plötzlich wieder aufsteht, ist mir das doch zu viel. Wobei man natürlich in Erwägung ziehen könnte, dass Mei durch den einsetzenden Schneefall schockgefrostet wurde und so ihr Körper „funktionstüchtig“ blieb. Während Mei einige Monate herumliegt, kämpfen Jin und Leo übrigens die ganze Zeit über. Chinesen scheinen sehr ausdauernde Typen zu sein. Leo vollbringt diese Leistung sogar mit einem Messer im Rücken.
Sehr beeindruckend sind auch die Sprungkraft der Chinesen und ihre Fertigkeiten im Umgang mit Wurfmessern. Sie schaffen es, dass sich das Messer dreht und dreht und dreht und, kurz bevor es sein Ziel erreicht, plötzlich gerade fliegt.
Ebenfalls beachtlich ist die Blutmenge, die ein Chinese verlieren kann, wenn sein Bauch aufgeschlitzt wird. Oder der durchschnittliche Chinese ist einfach größer, als ich ihn mir vorgestellt habe.
Vielleicht sollte sich der eine oder andere Hollywood-Regisseur mal ein Beispiel daran nehmen, wie in asiatischen Filmen die Hauptcharaktere eingebunden werden. Leo hat z.B. am Anfang des Films einen zweiminütigen Auftritt. Eine Stunde später stellt sich heraus, dass er schon lange eine Liebesbeziehung zu Mei hatte (Entschuldigung, falls ich die Spannung rausnehme). Ab diesem Zeitpunkt zählt er zu den Hauptcharakteren. Zutiefst erschüttert hat es mich auch, als ich erfuhr (Vorsicht, Spoiler!), dass die blinde Mei gar nicht blind ist.
Man kann ja über dieses Genre denken, was man will; meine bevorzugte Art von Filmen ist es nicht. In der IMDb (Internet Movie Database) hat „House of Flying Daggers“ mit 7,6 eine sehr gute Durchschnittsbewertung, was wohl den Fans dieses Genres zuzuschreiben ist. Mich würde interessieren, wie die Bewertung aussähe, wenn nicht nur knapp 30.000 Leute ihre „Stimme“ abgegeben hätten.
Ich ahnte schon nach den ersten fünf Minuten des Films, was mich erwartete. Die Handlung ist total vorhersehbar, auch wenn ich zugeben muss, dass ich an manchen Stellen wirklich überrascht wurde – aber durch Wendungen, die alles, was vorher passiert war, sinnlos machten. Als Comedy-Streifen ist der Film dennoch ganz brauchbar; seit „Sleepwalkers“ habe ich nicht mehr so viel gelacht.
1 Punkt + 1 Extra-Punkt für die schöne ukrainische Landschaft macht:
2/10
Tags: haus der fliegenden messer, house of flying daggers, wuxia, zhang yimou, zhang ziyi



