EM Fazit – Gruppe B
In Gruppe B sind die Mannschaften weitergekommen, die ich auch im Viertelfinale erwartet habe. Doch war es nicht ganz in der Reihenfolge, die in meinem Kopf vor dem Turnier herumschwebte.
1. Kroatien
Die Kroaten sind souverän in das Viertelfinale eingezogen. Sie haben alle drei Gruppenspiele gewonnen und sich damit den Gruppensieg gesichert. Dabei haben sie sogar die deutsche Mannschaft geschlagen, was durchaus als Achtungserfolg gewertet werden kann. Zudem hat die kroatische B-Elf Polen im letzten Gruppenspiel geschlagen, was ebenfalls achtsam ist. Ich glaube aber, dass die Kroaten bei den Spielen gegen Österreich und Deutschland jeweils vom Unvermögen der Gegner profitiert haben und spielerisch nicht unbedingt besser waren. Die Österreicher haben ihre Chancen nicht genutzt und einen dummen Strafstoß provoziert, die Deutschen waren zu weit vom Gegner weg und haben zu überheblich agiert. Das soll keine Kritik an der kroatischen Spielweise sein, sondern eher ein Erklärungsversuch für den Gruppensieg.
2. Deutschland
Angefangen hat die EM für Deutschland sehr gut. Ein gut herausgespielter Sieg gegen Polen am ersten Spieltag ließ prompt Euphorie in Deutschland ausbrechen, welche aber durch die Niederlage gegen Kroaten im zweiten Gruppenspiel gedämpft wurde und auch mit dem schwachen 1:0-Erfolg über Österreich nicht in großem Ausmaße zurückkehrte. Dabei waren die Deutschen an der Zitterpartie in Spiel drei selber Schuld. Gegen Kroatien war es eine Mischung aus Selbstüberschätzung und Unterschätzung des Gegners. Beim Österreich-Spiel war dann das drohende Vorrunden-Aus in den Köpfen der Spieler verankert und lähmte phasenweise die Beine. Schlussendlich hat es aber doch geklappt und im weiteren Verlauf der EM ist wieder alles möglich. Allerdings muss sich die Mannschaft von Jogi Löw steigern, um etwas im Turnier zu reißen.
3. Österreich
Die Österreicher sind während der EM vor allem durch eins aufgefallen: eine große Klappe. Die Sprüche vor dem Deutschland-Spiel waren allenfalls putzig, in Anbetracht dessen, dass man gegen schwache Polen ein mageres 1:1 erzielte. Und auch gegen Deutschland versprühten die Österreicher keinerlei Torgefahr und mussten als zweiter Gastgeber nach der Vorrunde aus dem Turnier ausscheiden. Da nutzten auch die Hass-Tiraden vor dem Spiel nichts und die Österreicher sind sang- und klanglos ausgeschieden.
4. Polen
Wie bei den Österreichern herrschte auch bei den Polen ein vorlautes Mundwerk vor. Besonders vor der Partie gegen Deutschland schürte die polnische Presse Hass gegen den Nachbarn, indem man geköpfte, deutsche Spieler auf Titelblättern von Tageszeitungen abbildete oder versuchte, den Deutschen mit markigen Sprüchen zu imponieren. Genutzt hat das alles nichts und Polen ist nach einer schwachen Vorrunde ohne jegliche Chancen auf ein Erreichen des Viertelfinales ausgeschieden. Wie sagt man so schön? Hochmut kommt vor dem Fall.
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