Der lustigste Horror-Film aller Zeiten
- Abgelegt in: Entertainment, Kino/Film
- Datum: 7. Mai 2008
Charles Brady und seine Mutter Mary sind Schlafwandler, vampirähnliche Wesen. Um zu überleben, müssen sie Menschen aussaugen. Sie ziehen um nach Indiana, wo Charles ein Mädchen namens Tanya kennen lernt. Zunächst sieht es so aus, als würden sich die beiden verlieben, doch Charles langt nur danach, Tanya zu töten, um sich und seine Mutter vor dem Tod zu retten.
Astreine Comedy wird dem Zuschauer mit diesem Film geboten! Dummerweise aber soll „Schlafwandler“ ein Horror-Film sein. Man kann kaum glauben, dass aus der Hand von Mr. Grusel himself, dem Bestseller-Autor Stephen King, so ein Dreh-„Buch“ fließen kann. Möglicherweise hat ihm vorher jemand eine Prise Koks in den morgendlichen Kaffee gestreut.
Es wird zunächst einmal überhaupt nicht erklärt, was denn nun „Schlafwandler“ sind. Nur in einer anfänglichen Szene, in der Charles in der Schule einen Aufsatz vorliest, erfährt man etwas über sie. Die Szene erscheint jedoch so belanglos, dass man völlig uninformiert weitergucken kann. Anscheinend sind es irgendwelche Superwesen mit telekinetischen Kräften. Sie wandeln sich bei Mondlicht um – sehr kreativ, wer denkt da schon an Werwölfe? – und man kann nur im Spiegel ihr wahres Wesen erkennen – auf den Bezug zu Vampiren, die kein Spiegelbild haben, kommt hier wohl kaum einer. Die langen Eckzähne hat man sich sicher vom Hund abgeschaut, sicher nicht von Vampiren.
Die Story vermittelt keinerlei Spannung; das Ende kann sich auch ein Blitzmerker schon nach 5 Minuten denken. Die Schauspieler sind der letzte Rest – vielleicht nicht generell, aber in diesem Film laufen sie zu Niedrigstform auf. Mit keinem der Charaktere kann man sich identifizieren. Gut, vielleicht mit einem der Komparsen aus der Schulklassen-Szene am Anfang.
Die Spezial-Effekte sind wirklich nicht schlecht, nein…eher grottig. Vor einem „Monster“ wie Charles Brady, der verwandelt eher wie jemand aussieht, der einfach viele Falten im Gesicht hat, große Nasenlöcher und dem etwas übel ist, hat niemand Angst. Vielleicht wäre FSK 6 eher angebracht als FSK 18. Die Szenen gegen Ende, als Charles sich vollends verwandelt, sind dagegen schon weniger für Kinder geeignet. Doch auch hier wirkt das „Monster“ viel mehr ekelig als furchteinflößend. Ein „Highlight“ in jedem Horror-Film ist es ja immer, wenn jemand brutal umgebracht oder gequält wird, das macht schließlich den Reiz dieses Genres aus. Charles mit einem Korkenzieher im Auge, Mary mit Katze im Gesicht, ein Cop mit Bleistift im Ohr oder mit Maiskolben im Rücken verursachen eher einen Lachflash nach dem andern als panische Angstschreie oder dergleichen.
Mehr als gruselig ist dieser Streifen ekelig. Charles bei inzestuösen Sex-Szenen mit seiner Mutter zuzusehen, ist weniger angenehm. Aber wer weiß, vielleicht wollte man auch auf den Riesen-Anteil der inzestuösen Menschen dieser Welt abzielen.
„Schlafwandler“ ist ohne Zweifel der schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Gelohnt hat sich das Anschauen trotzdem, immerhin war es ein lustiger Abend…
1/10






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