Feige Ermordung
Western-Filme sind oft von Schlägereien, betrunkenen Revolverhelden und leicht bekleideten Damen geprägt. Die Handlung wird häufig an zweite Stelle gestellt. Doch das dies nicht immer so sein muss, lässt sich an manchem Film erkennen.
Ein gutes Beispiel dafür ist „Die Ermordung des Jesse James“. Hierbei dreht es sich um den amerikanischen Ganoven Jesse James, welcher mithilfe seiner Bande zahlreiche Überfälle begeht und sich damit einen Namen in den Südstaaten macht. Der Film zeigt sein gesamtes Leben ab 1883, wo er seine letzten Überfälle durchführt und danach versucht sein Leben in den Griff zu bekommen.
Als Schauspieler treten Brad Pitt (Jesse James), Casey Affleck (Robert Ford) und Jeremy Renner (Wood Hite) besonders hervor. Vor allem Pitt weiß in der Rolle zu gefallen und präsentiert sich in Höchstform. Auch die Nebendarsteller schaffen es die Geschichte gut zu vermitteln und werten den Film auf.
Optisch und musikalisch gesehen ist der Film ein wahres Meisterwerk. Die Musik passt in jeder Szene perfekt zum Geschehen auf dem Schirm. Und was man für Landschaften zu sehen bekommt, einfach traumhaft! In dieser Kategorie ist den Machern kein Vorwurf zu machen.
Insgesamt erinnert mich der Film etwas an das PS2-Spiel „The Bouncer“, welches von der Aufmachung ebenso überzeugte wie der Film, allerdings eine unterdurchschnittliche Handlung bot und deshalb nur dazu genutzt wurde, die Grafikmöglichkeiten der PS2 zu demonstrieren. Dieser Film ist optisch auch sehr gut gelungen, leider aber zu langatmig geworden. Nicht, dass ich etwas gegen lange Filme hätte, – eher im Gegenteil – aber „Die Ermordung des Jesse James“ war dann doch zu viel. Und das, obwohl die Geschichte an sich relativ spannend klingt, aber nicht, wenn man das Ganze so breittritt.
7/10
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