Half Nelson
- Abgelegt in: Entertainment, Kino/Film
- Datum: 2. Apr 2008
Dan Dunne ist ein junger weißer Lehrer an der Junior High School. Die Schüler, die er unterrichtet, sind fast alle schwarz und kommen aus Gebieten mit einer hohen Kriminalitätsrate.
Dan möchte eine Veränderung im Leben der Kinder bewirken, und so bringt er einige moderne Ideen in den Stundenplan ein. Doch seitdem er drogenabhängig ist, steckt er selbst in den größten Schwierigkeiten. Manchmal ist es eben schwer, selbst zu tun, was man andere lehrt.
Unerwartet findet Dunne Hilfe bei einem seiner Schüler…

Hat ja nun sehr lange gedauert bis es dieser Film mal zu uns geschafft hat. Trotz Oscar-Nominierung für Ryan Gosling. Solche Sachen schrauben die Erwartungen immer recht hoch, was in diesem Fall leider negative Auswirkungen hat. Teils ist der Film wirklich ein intensives und gelungenes Drama über die eigene Aufopferung für Andere und den Versuch, als Einzelner etwas zu bewirken. Andererseits zeigt er sich auch sehr verschlossen und distanziert den Zuschauer absichtlich vom Geschehen, in dem früh abgeblendet wird und einige (wichtige) Dinge nur im Off passieren. Manchmal passt das, da man sich so vor dem Zeigen von Klischees rettet. Ähnlich gewöhnungsbedürftig ist die Kameraführung – es wird mal wieder kräftig gewackelt. Damit habe ich allgemein keine Probleme, nur erschließt sich mir der Sinn dessen hier nicht ganz. Wollte man einfach nur ein „Mittendrin statt nur dabei“ - Feeling erzeugen? Darstellerisch bekommt man sehr gute Leistungen geboten, irgendwann ging es mir aber gegen den Strich dass man zum x-ten Mal sieht, wie sich Ryan Gosling mit der Hand durch den Bart fährt. Da der Schluss angenehm realitätsnah ist, die Musik sehr gut (vor allem in der Szene, in der sich Kunde und Dealer begegnen und die Musik im Hintergrund anschwillt) und ich das Thema selbst immer wieder interessant finde, kann sich der Film trotzdem noch eine recht gute Wertung abholen. Wirkt mit ein wenig Abstand besser als direkt nach dem Kinobesuch. Liest sich schlimmer als es ist.
7/10






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